# Pflichtangaben im Arbeitsvertrag: die 15 Punkte des Nachweisgesetzes mit Muster

Quelle: https://mitarbeitervertraege.io/ratgeber/arbeitsvertrag-pflichtangaben

Stand: 2026-10-15

Das Nachweisgesetz legt fest, welche Vertragsbedingungen ein Arbeitgeber schriftlich oder in Textform festhalten und aushändigen muss — seit August 2022 deutlich mehr als früher, seit Januar 2025 auch digital. Diese Seite geht jede der 15 Pflichtangaben einzeln durch, nennt die Frist und zeigt eine Beispielformulierung, die Sie an Ihren Fall anpassen können.

## Kurzantwort

Die Pflichtangaben im Arbeitsvertrag stehen in § 2 Abs. 1 Satz 7 NachwG: Vertragsparteien, Beginn, bei Befristung Ende oder Dauer, Arbeitsort, Tätigkeit, Probezeit, Zusammensetzung und Höhe des Entgelts mit Fälligkeit und Auszahlungsart, Arbeitszeit mit Pausen, Ruhezeiten und Schichtsystem, Regeln zur Abrufarbeit, Überstundenanordnung, Urlaub, Fortbildungsanspruch, Versorgungsträger der Betriebsrente, Kündigungsverfahren mit Klagefrist und ein Hinweis auf Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen. Je nach Angabe müssen sie am ersten Arbeitstag, nach sieben Kalendertagen oder nach einem Monat vorliegen. Fehlen sie oder kommen sie zu spät, droht ein Bußgeld von bis zu 2.000 € (§ 4 NachwG).

## Für wen das Nachweisgesetz gilt

Das Gesetz gilt für alle Arbeitnehmer (§ 1 NachwG) — also auch für Minijobber, Aushilfen mit kurzer Beschäftigung, Teilzeitkräfte und Werkstudierende. Die frühere Ausnahme für Aushilfen bis zu einem Monat gibt es seit der Reform vom 1. August 2022 nicht mehr. Praktikanten fallen darunter, soweit sie nach § 22 Abs. 1 MiLoG als Arbeitnehmer gelten; für sie gilt zusätzlich der eigene Katalog in § 2 Abs. 1a NachwG.

Nicht erfasst sind Auszubildende, für die § 11 BBiG einen eigenen Katalog vorsieht, sowie echte Selbstständige im freien Dienstvertrag. Auch Geschäftsführer einer GmbH sind als Organ in der Regel keine Arbeitnehmer; ein sauberer Anstellungsvertrag empfiehlt sich trotzdem, schon weil er Vergütung, Urlaub und Kündigung regelt.

Wichtig für die Praxis: Ein vollständiger Arbeitsvertrag erfüllt die Nachweispflicht, eine gesonderte Niederschrift ist dann nicht nötig (§ 2 Abs. 5 NachwG). Fehlt eine Angabe im Vertrag, reicht es, genau diese Angabe fristgerecht in einem Zusatzdokument nachzuweisen.

## Die 15 Pflichtangaben mit Frist und Muster-Formulierung

Die Formulierungen sind Beispiele für einen unbefristeten Vollzeitvertrag ohne Tarifbindung und ersetzen keine Prüfung im Einzelfall.

Pflichtangaben nach § 2 Abs. 1 Satz 7 NachwG, Fristen nach Satz 9

| Nr. | Angabe | Spätestens | Beispielformulierung |
| --- | --- | --- | --- |
| 1 | Name und Anschrift der Vertragsparteien | Erster Arbeitstag | Zwischen der \[Firma mit Rechtsform\], \[Anschrift\], vertreten durch \[Geschäftsführung\], und \[Vorname Name\], \[Wohnanschrift\] |
| 2 | Beginn des Arbeitsverhältnisses | 7. Kalendertag | Das Arbeitsverhältnis beginnt am 01.12.2026. |
| 3 | Bei Befristung: Enddatum oder vorhersehbare Dauer | 7. Kalendertag | Das Arbeitsverhältnis ist bis zum 30.11.2027 befristet. (Nur mit Schriftform wirksam.) |
| 4 | Arbeitsort oder Hinweis auf wechselnde Orte bzw. freie Ortswahl | 7. Kalendertag | Arbeitsort ist der Betriebssitz in Berlin; an bis zu zwei Tagen pro Woche kann die Arbeit nach Absprache mobil erbracht werden. |
| 5 | Kurze Beschreibung der Tätigkeit | 7. Kalendertag | Die Einstellung erfolgt als Sachbearbeitung Buchhaltung, insbesondere für Kreditorenbuchhaltung und Zahlungsverkehr. |
| 6 | Dauer der Probezeit, sofern vereinbart | 7. Kalendertag | Die ersten sechs Monate gelten als Probezeit; währenddessen kann mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. |
| 7 | Zusammensetzung und Höhe des Entgelts, jeder Bestandteil getrennt, Fälligkeit und Auszahlungsart | Erster Arbeitstag | Grundgehalt 3.400 € brutto monatlich; Überstunden werden mit dem anteiligen Stundensatz vergütet; Zahlung jeweils zum Monatsletzten bargeldlos auf das benannte Konto. |
| 8 | Arbeitszeit, Ruhepausen, Ruhezeiten, bei Schichtarbeit Schichtsystem, Rhythmus und Voraussetzungen für Änderungen | Erster Arbeitstag | Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 40 Stunden an fünf Tagen von Montag bis Freitag, in der Regel von 9:00 bis 17:30 Uhr mit 30 Minuten Mittagspause; zwischen zwei Arbeitstagen liegt eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden. |
| 9 | Bei Abrufarbeit: Abrufvereinbarung, Mindeststunden, Referenztage und -stunden, Ankündigungsfrist | 7. Kalendertag | Entfällt, da keine Arbeit auf Abruf vereinbart ist. |
| 10 | Möglichkeit und Voraussetzungen der Anordnung von Überstunden, sofern vereinbart | 7. Kalendertag | Bei betrieblichem Bedarf kann der Arbeitgeber mit einer Ankündigung von drei Tagen bis zu zehn Überstunden im Monat anordnen. |
| 11 | Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs | Ein Monat | Der Urlaub beträgt 28 Arbeitstage im Kalenderjahr bei einer Fünf-Tage-Woche. |
| 12 | Etwaiger Anspruch auf vom Arbeitgeber bereitgestellte Fortbildung | Ein Monat | Ein Anspruch auf vom Arbeitgeber bereitgestellte Fortbildung besteht nicht. (Oder: Anspruch und Umfang benennen.) |
| 13 | Betriebliche Altersversorgung über einen Versorgungsträger: Name und Anschrift | Ein Monat | Die Zusage wird über \[Name und Anschrift der Pensionskasse\] durchgeführt. |
| 14 | Kündigungsverfahren: mindestens Schriftform, Fristen und Frist für die Kündigungsschutzklage | Ein Monat | Die Kündigung bedarf der Schriftform. Es gelten die Fristen des § 622 BGB. Eine Kündigungsschutzklage muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung erhoben werden (§ 4 KSchG). |
| 15 | Allgemeiner Hinweis auf anwendbare Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen | Ein Monat | Auf das Arbeitsverhältnis finden keine Tarifverträge Anwendung; es gelten die im Betrieb bestehenden Betriebsvereinbarungen in ihrer jeweiligen Fassung. |

## Wo Verträge in der Praxis unvollständig sind

### Vergütung in einer Summe

Nr. 7 verlangt jeden Bestandteil getrennt: Grundgehalt, Zulagen, Zuschläge, Prämien, Sonderzahlungen und die Vergütung von Überstunden. Eine Gesamtsumme „inklusive aller Zulagen“ erfüllt das nicht.

### Ruhepausen und Ruhezeiten fehlen

Viele Vorlagen nennen nur die Wochenstunden. Seit 2022 gehören auch die vereinbarten Pausen und Ruhezeiten in den Nachweis. Nennen Sie sie konkret: Einen bloßen Verweis auf das Gesetz sieht § 2 Abs. 4 NachwG ausdrücklich nur für Urlaub und Kündigungsverfahren vor.

### Keine Klagefrist

Nr. 14 verlangt ausdrücklich die Frist für die Kündigungsschutzklage. Fehlt sie, bleibt die Drei-Wochen-Frist des § 4 KSchG trotzdem wirksam — der Nachweis ist dann aber unvollständig und bußgeldbewehrt.

### Abrufarbeit ohne Rahmen

Wer Arbeit auf Abruf vereinbart, muss Mindeststunden, Referenztage und -stunden sowie die Ankündigungsfrist nennen. Ohne festgelegte Wochenstunden gelten 20 Stunden als vereinbart (§ 12 Abs. 1 TzBfG).

### Fortbildung nicht erwähnt

Nr. 12 betrifft nur einen etwaigen Anspruch. Gibt es keinen, ist eine kurze Klarstellung sinnvoll, damit der Nachweis erkennbar vollständig ist.

### Betriebsrente ohne Versorgungsträger

Bei einer Zusage über Pensionskasse, Pensionsfonds oder Direktversicherung gehören Name und Anschrift des Trägers in den Nachweis, es sei denn, der Träger ist selbst zur Information verpflichtet.

## Verweis auf Tarifvertrag oder Gesetz statt Volltext

§ 2 Abs. 4 NachwG erlaubt Abkürzungen: Die Angaben zu Probezeit, Entgelt, Arbeitszeit, Überstunden, Urlaub, Fortbildung, Altersversorgung und Kündigungsverfahren (Nr. 6 bis 8 und 10 bis 14) können durch einen Hinweis auf den anwendbaren Tarifvertrag oder die Betriebsvereinbarung ersetzt werden. Gilt für Urlaub oder Kündigung schlicht das Gesetz, darf auf die gesetzliche Regelung verwiesen werden.

Der Verweis muss allerdings konkret sein: Ein Satz wie „es gelten die üblichen Bedingungen“ ersetzt keine Angabe. Bei Tarifbindung empfiehlt es sich, Tarifvertrag, Fassung und Entgeltgruppe zu nennen. Ohne Tarifbindung sollten Sie die Angaben ausschreiben — das ist für beide Seiten verständlicher und vermeidet Streit darüber, welche Regel gemeint war.

## Zusätzliche Angaben bei Arbeit im Ausland

Arbeitet jemand länger als vier aufeinanderfolgende Wochen außerhalb Deutschlands, muss die Niederschrift vor der Abreise vorliegen und zusätzlich enthalten: Land oder Länder und geplante Dauer, die Währung der Entlohnung, vereinbarte Geld- oder Sachleistungen für den Auslandsaufenthalt wie Entsendezulagen und Reisekostenerstattung sowie die Angabe, ob und unter welchen Bedingungen eine Rückkehr vorgesehen ist (§ 2 Abs. 2 NachwG).

Fällt der Einsatz unter die europäische Entsenderichtlinie, kommen die Entlohnung nach dem Recht des Einsatzstaats und der Link zur offiziellen nationalen Website dieses Staates hinzu (§ 2 Abs. 3 NachwG). Für Dienstreisen von wenigen Tagen gelten diese Zusatzangaben nicht.

## Praktikumsverträge: ein eigener Katalog vor Beginn

Für Praktikanten, die unter das Mindestlohngesetz fallen, gilt § 2 Abs. 1a NachwG: Die Niederschrift muss unverzüglich nach Vertragsschluss und spätestens vor Aufnahme der Tätigkeit vorliegen. Sie nennt die Vertragsparteien, die Lern- und Ausbildungsziele, Beginn und Dauer, die tägliche Praktikumszeit, Zahlung und Höhe der Vergütung, den Urlaub und einen Hinweis auf anwendbare Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen.

Abs. 1a verweist ausdrücklich nur auf den Ausschluss der elektronischen Form, nicht auf die Textform-Erleichterung für Arbeitnehmer. Auf der sicheren Seite sind Sie deshalb mit einer unterzeichneten Niederschrift auf Papier.

## Änderungen, Altverträge und Bußgeld

- Änderungen: Jede Änderung einer wesentlichen Vertragsbedingung ist spätestens an dem Tag mitzuteilen, an dem sie wirksam wird (§ 3 NachwG). Das gilt etwa für eine Gehaltserhöhung, eine neue Arbeitszeit oder einen anderen Arbeitsort. Ändern sich nur Gesetze oder Tarifverträge, auf die der Vertrag verweist, entfällt die Mitteilung.
- Altverträge: Bestand das Arbeitsverhältnis schon vor dem 1. August 2022, müssen Sie den erweiterten Nachweis nur auf Verlangen erteilen — die Angaben Nr. 1 bis 10 innerhalb von sieben Tagen, die übrigen innerhalb eines Monats nach Zugang der Aufforderung (§ 5 NachwG).
- Bußgeld: Wer eine Angabe nicht, nicht richtig, nicht vollständig, nicht in der vorgeschriebenen Weise oder nicht rechtzeitig aushändigt, handelt ordnungswidrig; die Geldbuße beträgt bis zu 2.000 € (§ 4 NachwG).
- Wirksamkeit: Ein fehlender oder lückenhafter Nachweis macht den Arbeitsvertrag nicht unwirksam. Er erschwert aber im Streitfall die Beweisführung für den Arbeitgeber, weil gerade die nicht dokumentierten Bedingungen umstritten sein werden.

## So geht es mit mitarbeitervertraege.io

- Vollständigkeitsprüfung je Pflichtangabe vor der Vertragserstellung
- Hinweise je Vertragstyp, etwa zur Abrufarbeit oder zu den Branchen mit Papierpflicht nach § 2a SchwarzArbG
- Firmendaten aus den Stammdaten der Gesellschaft vorbelegt, Betriebsrat und Tarifbindung aus dem Firmenprofil
- Bei digitaler Übermittlung lässt sich der Empfangsnachweis des Arbeitnehmers dokumentieren
- 49 € pro Monat je Arbeitsbereich, 7 Tage kostenlos testen

mitarbeitervertraege.io fragt die Pflichtangaben des Nachweisgesetzes im Assistenten einzeln ab und prüft vor der Erstellung, ob alle vorhanden sind. Vergütungsbestandteile werden getrennt erfasst, bei einer Betriebsrente auch Name und Anschrift des Versorgungsträgers; der erzeugte Vertrag enthält die Kündigungsregeln mit Schriftformerfordernis.

## Häufige Fragen

### Wie viele Pflichtangaben muss ein Arbeitsvertrag enthalten?

§ 2 Abs. 1 Satz 7 NachwG nennt 15 Angaben. Einige gelten nur, wenn sie vereinbart sind, etwa Probezeit, Abrufarbeit, Überstundenanordnung und Betriebsrente. Bei Auslandseinsätzen über vier Wochen und bei Praktikanten kommen eigene Angaben hinzu.

### Reicht ein Verweis auf das Gesetz für Urlaub und Kündigungsfristen?

Ja, wenn tatsächlich die gesetzliche Regelung gilt. § 2 Abs. 4 NachwG erlaubt für Urlaub und Kündigungsverfahren einen Verweis auf das Gesetz. Wer mehr Urlaub oder längere Fristen vereinbart, muss die konkrete Zahl nennen.

### Muss die Frist für die Kündigungsschutzklage im Arbeitsvertrag stehen?

Ja, seit dem 1. August 2022 gehört sie zum Kündigungsverfahren nach Nr. 14. Ein fehlender Hinweis verlängert die Klagefrist allerdings nicht: § 7 KSchG ist auch dann anzuwenden, wenn die Frist nicht ordnungsgemäß nachgewiesen wurde.

### Darf ich die Pflichtangaben per E-Mail schicken?

Seit dem 1. Januar 2025 ja, als Dokument in Textform, das der Arbeitnehmer speichern und ausdrucken kann, verbunden mit der Aufforderung, den Empfang zu bestätigen. In den Branchen nach § 2a Abs. 1 SchwarzArbG, etwa Bau, Gastronomie oder Gebäudereinigung, ist weiterhin eine unterschriebene Niederschrift auf Papier nötig.

### Was passiert, wenn ich eine Pflichtangabe vergesse?

Der Vertrag bleibt wirksam, aber der Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 2.000 €. Holen Sie die fehlende Angabe so schnell wie möglich in Textform oder schriftlich nach und dokumentieren Sie die Übergabe.

### Gilt das Nachweisgesetz auch für Minijobs?

Ja. Seit 2022 gibt es keine Ausnahme mehr für geringfügige oder kurzzeitige Beschäftigung. Auch für einen Minijob müssen alle 15 Angaben fristgerecht vorliegen, einschließlich Arbeitszeit, Vergütung und Kündigungsverfahren.

## Quellen und Rechtsstand

- [§ 2 NachwG](https://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__2.html) — Pflichtangaben, Praktikanten, Ausland, Verweise, Textform
- [§ 3 NachwG](https://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__3.html) — Mitteilung von Änderungen
- [§ 4 NachwG](https://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__4.html) — Bußgeld bis 2.000 €
- [§ 5 NachwG](https://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__5.html) — Arbeitsverhältnisse vor dem 01.08.2022
- [§ 12 TzBfG](https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__12.html) — Arbeit auf Abruf

## Weiterführende Seiten

- [Arbeitsvertrag erstellen](https://mitarbeitervertraege.io/ratgeber/arbeitsvertrag-erstellen)
- [Arbeitsvertrag digital unterschreiben](https://mitarbeitervertraege.io/ratgeber/digitaler-arbeitsvertrag)
- [Teilzeitvertrag und Abrufarbeit](https://mitarbeitervertraege.io/ratgeber/teilzeit-arbeitsvertrag)
- [Begriffe rund um den Arbeitsvertrag](https://mitarbeitervertraege.io/ratgeber/arbeitsvertrag-glossar)

## Pflichtangaben vollständig erfassen statt nachtragen

Der Assistent fragt jede Angabe des Nachweisgesetzes ab und prüft vor der Erstellung auf Lücken. 7 Tage kostenlos testen, danach 49 € pro Monat je Arbeitsbereich.

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